Andalusien - Teil II

Für ein Urlaubspotpourri eignen sich Frühling und Herbst am besten: von Mitte September bis Anfang November und von März bis Anfang Juni kann man baden, wandern, surfen, Städte besichtigen, Sprachkurse besuchen, oder das Land auf dem Rücken der Pferde erkunden. Gut bewässerte Ländereien zeichnen Andalusien aus. In der Landwirtschaft werden Oliven, Wein, Weizen, Gemüse, Südfrüchte, Baumwolle, Reis, Zuckerrohr und vieles mehr angebaut.

     

Andalusien wurde vor ca. 3.000 Jahren von den Phöniziern und dann von den Karthagern kolonialisiert. 205 vor Christi Geburt wurde es von den Römern, 409 nach Christi Geburt von den Wandalen und 429 nach Christi Geburt von den Westgoten besetzt. Von 711 bis tief ins 15. Jahrhundert hinein besetzten die Mauren Andalusien. Der Einfluß der Mauren ist auch heute noch in vielen Gegenden von Andalusien zu bemerken. Vom Jahre 1230 bis 1250 begann Ferdinand III von Kastilien das schöne Andalusien zu erobern. 1492 mußte der letzte maurische Herrscher Granadas - Boabdil - das Land verlassen womit endgültig die maurische Herrschaft über Al Andaluz gebrochen war.

Noch im Merian-Heft von 1977 (Band 5/30) wird Andalusien als das Armenhaus Spaniens bezeichnet. Die Andalusierinnen mußten als Dienstmädchen in den Norden und viele Männer als Gastarbeiter in's Ausland gehen. "Rund eine Millionen sind im letzten Jahrzehnt emigriert, und immer noch ist Andalusien die spanische Region mit den meisten Arbeitslosen." (1) Auch hieß es damals noch: "Andalusien gilt in Spanien als das Land, in dem immer alles beim alten bleibt." (1) Aber die Zeichen der Zeit waren damals schon auf Veränderung gestellt. "Das Bild vom trägen, mit wenigem - blauer Himmel, warmer Sonne, ein Gläschen Weißwein - zufriedenen und stets freundlich-dienstbereiten Andalusier muß man sich endgültig aus dem Kopf schlagen." (1) Heute hat sich das Bild Andalusiens an der Küste total verändert, nur im kargen Hinterland ist vieles noch so wie seit vielen Jahren.

Andalusien - Die Sierras

Die Berge der Sierra Almijara, der Sierra Tejeda und der Sierra Alhama recken ihr Profil in den meist wolkenlosen andalusischen Himmel inmitten der Provinzen Málaga und Granada. Diese majestätische Landschaft ist von versteckten Schluchten, rauschenden Bächen und Pfaden, auf denen sich ehemals Maultiertreiber und Banditen bewegten, durchzogen. Heute sind diese Gebirgszüge die Heimat von Steinböcken, Wildschweinen und der einen oder anderen Adlerart.

Die knapp 41.000 ha großen Bergregionen sind die vorerst letzten Andalusiens, die zum Naturpark erklärt wurden. Der Naturpark ist die ideale Umgebung für Wander- oder Mountainbikeferien. Hartgesottene Kletterfreunde schaffen den landschaftlich schönen Aufstieg zum Lucero Gipfel (1.779 m) oder gar zum 2.065 m hohen Maroma, dem höchsten Berg der Provinz Málaga. Aber Achtung: Hier können Sie auf die eine oder andere giftige Schlangenart treffen. Für alle, die es etwas ruhiger haben möchten, gibt es viele verschiedene leichte bis schwerere Wanderwege, die z.T. in versteckte Ecken führen.

Obwohl der Naturpark noch recht neu ist, gibt es bereits eine gewachsene Infrastruktur für Naturliebhaber, denn die Dörfer der Region gelten schon seit langem als Geheimtipp für all jene Besucher, die einen Urlaub auf einer Finca lieben, an Sprachkursen teilnehmen, sich für Töpferei oder Landschaftsmalerei interessieren, gern an geführten Bergtouren teilnehmen oder Ausflüge hoch zu Roß zu schätzen wissen und das lange bevor der Begriff Ökotourismus erfunden wurde. Weiße Dörfer wie Frigiliana oder Cómpeta sind bekannte Reiseziele für alle, die das ursprüngliche Andalusien kennenlernen wollen. Viele Ausländer haben sich so sehr in diese Landschaft verliebt, daß sie sich entschlossen haben, gleich ganz hier zu bleiben oder zumindest ein Ferienhaus zu erwerben.

Im ehemaligen Weinbaugebiet von Cómpeta und in dessen Umland findet man heute einige Ferienhäuser und Fincas, die zur Vermietung oder zum Kauf angeboten werden. Viele von ihnen bieten Individualisten eine ideale Unterkunft für den Urlaub, oder auch um den Lebensabend hier zu verbringen. In dieser Gegend können Sie vom Streß des Alltagslebens ausspannen - einfach die Seele baumeln lassen.

Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung von www.competa-online.de.

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